Mittwoch, 04.09.2024 – Explorate et Currite!

Am Mittwoch kamen wir zu einem weiteren historischen Highlight. Nachdem wir uns morgens ausgiebig mit Essen und Trinken gestärkt hatten, sind wir mit dem Zug nach Ercolaneo gefahren. Manchen fällt bei diesem Namen vielleicht schon eine bekannte Stadt ein, die vor mehr als 2000 Jahren von dem bekannten Vulkan, dem Vesuv überschüttet wurde.

Heute war unser erstes Reiseziel: Herculaneum.

Von dieser Stadt, welche unmittelbar am Meer liegt, wurden vier Hektar ausgegraben. Man geht jedoch davon aus, dass es weitere 16 Hektar zu erkunden gibt. Da Ercolaneo jedoch über dem noch nicht erkundeten Teil erbaut wurde und man die Einwohner nicht einfach aus ihren Häusern vertreiben kann und zudem nicht die finanziellen Mittel existieren, wird der Rest Herculaneums vielleicht nie aufgedeckt. Es ist schade darum, da Herculaneum auch jetzt schon besser erhalten ist als die riesige, bekanntere Stadt Pompeii.

Am Eingang der Stadt wurden wir von unserem Tourguide Ivan freundlich empfangen. Durch die Tour und unsere Eigenrecherche erfuhren wir, dass die Menschen damals nicht die Chance hatten, wegzurennen oder auch nur den Arm vor Schreck und Angst vor den Mund zu legen als der Vesuv ausbrach. Die Menschen, welche nicht wussten, dass der Vesuv ein Vulkan ist, sind einen schnellen Tod gestorben. Die Temperatur erreichte in weniger als zwei Sekunden urplötzlich über 500 Grad Celsius, was zu multiplen Organversagen führte.

Nach der zweistündigen Tour in diesem historischen Wunder fuhren wir zum Wunder der Natur. Zum Schuldigen der Katastrophe, welche den Menschen bis heute noch Gänsehaut verursacht. Zum Ursacher des Endes der Städte Pompeii, Herculaneum, Stabiae, Oplontis und weiterer: dem Vesuv.

Zum Glück aller sind wir nicht den kompletten Vulkan hochgelaufen, sondern bis zu einem bestimmten Punkt mit dem Bus gefahren. Der Weg war natürlich wieder kurvenreich, dennoch war der Ausblick, der sich bot, von reiner Schönheit. Wir konnten die Städte überblicken und übers Meer schauen, was die Fahrt weniger übel machte. Das Interessanteste war jedoch der Fakt, dass wir an vulkanischem Gestein vorbeifuhren. Wir konnten die Bahn des Lavas aus dem Jahr 1944 erkennen. Der Vesuv ist das letzte Mal Mitte März 1944 ausgebrochen. Bei diesem Ausbruch wurden die Städte Massa di Somma und San Sebastiano unter der Lava begraben. Dieses Mal konnten aber 12.000 Menschen rechtzeitig evakuiert werden.

Je höher wir den Koloss fuhren, desto klarer sahen wir die Umrisse des Gipfels und die Reste des Muttervulkans. Richtig gelesen. Der Vesuv wird heute noch als Doppelvulkan bezeichnet. Dies kommt nicht davon, dass zwei Vulkane nebeneinander stehen und Händchen halten (auch wenn es wirklich so aussieht). Der Vesuv gehört zu den Stratovulkanen(Schichtvulkanen). Seine vulkanische Lockermasse kann bis zu 40km in die Luft geschleudert werden. Als der Monte Somma vor tausenden Jahren sich selbst durch seine eigene Erruption zerstörte, entstand inmitten ein neuer Vulkankegel, der Vesuv. (Bitte selbst weiter recherchieren bei Interesse). So hat man einen Vulkan, der aus seinem Vorgänger und sich selbst besteht. Diese Vulkanform wird „Somma-Vulkan“ genannt. Der Namensgeber dieser Form ist schwer erkenntlich der Somma-Vesuv Vulkan.

Dieses Mal hatten wir keinen menschlichen Guide, sondern einen Audioguide, der uns auf Englisch ein bisschen etwas erzählte. Der Weg nach oben war nicht so anstrengend wie angenommen. Wir sind uns aber alle einig, dass das eine subjektive Ansicht ist. Jedoch kann jeder bestätigen, dass es dieser Anblick wert war. Es bot sich eine wunderschöne Kulisse von Meer und Stadt. Natürlich war der Krater an sich auch schön, auch wenn Frau Dropmann bis heute noch schwört, Gase gesehen zu haben.

Nachdem alle dann ankamen, baten wir drei Herren ein Erinnerungsfoto für uns zu schießen. Diese reichten uns nicht nur eine helfende Hand, sondern stellten sich direkt dazu.

Schon bald kehrten wir wieder um und fuhren nach Neapel zurück, wo wir den Tag mit Speisen ausklingen ließen.

Antonietta Edisari