Menschlichte Knochen streifen das Bein eines Mannes, der während eines Familienausflugs angelnd im Fluss steht. Asche wird als Dünger im heimischen Garten verteilt. Immer wieder eröffnen sich durch die Fenster eines Hauses Blicke auf einen Schornsteine mit dickem Qualm.

Schüsse und Schreie in der Nacht. Pelzmantel und Kleider für Ehefrau und Angestellte, große Mengen an Bargeld. Routinen der Kinder: zur Schule gehen, mit den Geschwistern streiten und spielen, Nächte ohne Schlaf. Mauer an Mauer mit dem KZ Auschwitz.

Diese und weitere Szenen des Filmes „Zone of Interest“, den wir am 19.03.24 im Kino gesehen haben, haben uns besonders beeindruckt. Dieser Film beschäftigt sich mit dem Leben des Auschwitz–Kommandanten Rudolf Höß und seiner Familie. Diese vierköpfige Familie führt ein Traumleben mit Garten, Gewächshaus und Pool. Direkt an der Lagermauer des KZ Auschwitz.

Der Film zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie Familie Höß das Leid im Lager ignoriert und sogar ausnutzt, um eigene Interessen zu verfolgen. Wir fragen uns: Wie kann man an diesem Ort leben? Wie schafft man es, die Gerüche, die Schüsse, den Rauch aus dem Schorn-stein (und vieles mehr) zu ignorieren?

Dieser Film zeigt eine -für uns- ganz neue Perspektive auf das Leben am Rande des Lagers.

Luise Truschel & Johanna Lippert