Lebensrettende Entscheidungen:

Jugendliche der IGS Sophie Sondhelm Bad Kreuznach diskutieren über Organspende

 

Am 17.06.2026 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der MSS12 der IGS Sophie Sondhelm mit einer Frage, die Leben retten kann: Werde ich Organspenderin oder Organspender? Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz war im Rahmen ihrer Schultour zu Gast und vermittelte fundiertes Wissen zu einem komplexen Thema – und regte die Jugendlichen an, eine eigene Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren. Der Schulleiter Christian Schick setzte mit seiner Eröffnungsrede einen emotionalen Auftakt für die folgenden 90min. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die IGS-Lehrkräfte Petra Fluhr, Jule Samosny und Marina Weidemaier.

Authentische Einblicke statt trockener Theorie

Den Einstieg bildete ein Film mit dem Wissenschaftsjournalisten Mirko Drotschmann (MrWissen2go), der die wichtigsten Fakten zur Organspende erklärte. Der anschließende Filmbeitrag über eine Mainzer Familie, deren Sohn mit 13 Jahren zum Organspender wurde, ließ die Angehörigen von Organspendern zu Wort kommen. Besonders bewegend wurde es, als Sabine Kirrstein von ihrem Leben mit einem gespendeten Organ erzählte. Seit 25 Jahren lebt sie mit einem neuen Herz und schilderte offen, wie sich das anfühlt und was die Transplantation verändert hat – im Alltag, in der Freizeit, im Blick auf das Leben.

Fachliche Expertise lieferte Louisa Hähnel als Vertreterin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und Anabel Becker als Vertreterin der Initiative Organspende RLP. Sie erklärten den Ablauf einer Organspende und informierten über das neue Organspende-Register, in dem sich jeder ab 16 Jahren registrieren lassen kann.

Raum für schwierige Fragen

Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, nachzufragen: Wie läuft eine Organentnahme ab? Was bedeutet Hirntod genau? Wer kann Organe spenden? Und kann ich sicher sein, dass bis zum Schluss um mein Leben gekämpft wird, wenn ich einen Organspendeausweis habe? In der offenen Diskussion konnten Bedenken geäußert und verschiedene Standpunkte ausgetauscht werden.

v.l.: A. Becker, S. Kirrstein, L. Hähnel, J. Samosny, M. Weidemaier, C. Schick, P. Fluhr

Wichtig ist die Entscheidung – egal wie sie ausfällt, lautete die zentrale Botschaft der Veranstaltung. Denn bereits ab 14 Jahren können Jugendliche einer Organspende widersprechen, ab 16 Jahren auch zustimmen. Mit Informationsmaterial und Organspendeausweisen ausgestattet, verließen die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung – und können nun in der Familie oder mit Freunden weiter über dieses wichtige Thema sprechen.

Initiative Organspende Rheinland-Pfalz

Das Bündnis verschiedener Partner aus dem Bereich Gesundheit und Selbsthilfe setzt sich unter Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) für aktive, professionelle und ergebnisoffene Aufklärung zum Thema Organspende ein. Gefördert wird die Initiative durch die gesetzlichen Krankenkassen in Rheinland-Pfalz sowie durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz, das auch die jährliche Schultour unterstützt.
www.initiative-organspende-rlp.de

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation ist die bundesweite Koordinierungsstelle für postmortale Organspenden. Sie organisiert die verschiedenen Schritte des Organspende-Ablaufs und stimmt sie aufeinander ab – von der Mitteilung eines möglichen Spenders im Krankenhaus über medizinische Untersuchungen bis hin zur Organisation von Organentnahme und -transport. Die DSO vernetzt die beteiligten Akteure und sorgt dafür, dass Organspenden flächendeckend möglich sind. www.dso.de