Internationale Wochen gegen Rassismus
SchülerInnen der Stufe 11 besuchen eine Veranstaltung am Lina-Hilger-Gymnasium
Das Lina-Hilger-Gymnasium lud uns zum 23.03.26 zu einer Veranstaltung des Beirats für Migration und Integration des Landkreises Bad Kreuznach im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ zu einer Vorstellung des Films „Wir sind jetzt hier“ ein; einem Dokumentarfilm über 7 Männer, welche aus Somalia, dem Iran, Afghanistan, dem Irak, Syrien und Eritrea nach Deutschland geflüchtet sind.
Drei Stammkurse der MSS 11 konnten, nach einer informativen Einführung bezüglich der Hintergründe der geflüchteten Personen, die Interviews verfolgen und anschließend in einem gemeinsamen Gespräch Eindrücke und Fragen reflektieren.
Wir danken herzlich für die Einladung und den Austausch!
Die folgenden Zitate aus dem Film (paraphrasiert) sowie Äußerungen der SchülerInnen möchten wir gerne ohne Kommentar – selbsterklärend und zum Nachdenken anregend – stehenlassen.
Aus dem Film (Gedankenprotokoll):
„Wieviel soll ich ändern, damit ich passe? Meine ganze Identität wegwerfen?“
„Du siehst deine Familie. Und sie ist in Gefahr. Und du sitzt in der Schule und lernst Deutsch Akkusativ“
„Man soll sich einfach vorstellen, was man selbst machen würde, wen in Deutschland Krieg und Armut und Hunger wären. Würdet ihr hier bleiben? Oder auch versuchen zu fliehen?
Die Leute können uns einfach helfen. Oder uns einfach in Ruhe lassen.“
„Man fühlt sich anders. Man fühlt sich schlecht. Ich habe braune Haare, du hast blonde Haare; aber wir haben alle Blut. Wir sind alle Menschen.“
„Kein Flüchtling, kein Ausländer, ich bin ein Mensch; und ein Mensch ist frei!“
Impressionen der SchülerInnen (ungefiltert):
„Die Szene mit der Familienzusammenführung, in der der Mann seine Familie am Flughafen abgeholt hat, hat mich direkt an meine eigene Geschichte erinnert. Als ich nach Deutschland gekommen bin war der Moment mit meiner Familie sehr ähnlich wie im Film gezeigt wurde.
Deshalb hat sich die Szene für mich sehr echt und vertraut angefühlt und viele Erinnerungen ausgelöst.“
„Ich fand die Tatsache, dass die Menschen nicht das Gefühl haben in Deutschland willkommen zu sein besonders erschreckend, weil das nochmal gezeigt hat wie wenig wir auf unsere Umgebung und unsere Mitmenschen achten. Uns ist ganz oft nicht klar, dass wir dankbar sein sollten, weil wir hier nicht alleine sind und nicht jeden Morgen mit Angst aufwachen, weil wir nicht wissen was mit dem Rest unserer Familie passiert ist. Das war einer der wenigen Punkte, die für mich zwar nicht neu waren, mir aber trotzdem nochmal die Augen geöffnet haben und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist nämlich alles aber nicht leicht sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden und Menschen, die einem das Gefühl geben fehl am Platz zu sein, machen es nicht leichter.“
„Ich fand den Film sehr berührend, denn diese Geschichten sind mir nicht unbekannt. Meine Familie sind selbst hier hingekommen, um ein besseres Leben zu haben ohne nix und mussten Deutsch lernen und sich ein neues Leben aufbauen ohne nichts, genau wie die Menschen im Film. Meine Mutter erzählte mir so oft, wie schwer es war, sich mit Leuten zu unterhalten, sich in die deutsche Kultur zu integrieren aber trotz allem dem haben sie dies geschafft, worauf ich selbst sehr stolz bin und in Verbindung zum Film finde ich ,hat mich das emotional sehr getroffen, weil ich parallelen sehe zwischen den Menschen und meiner Familie . Was diese Menschen in Deutschland erlebt haben, sind die selben „ Erfahrungen“, die meine Eltern auch gemacht haben (teilweise) und ich finde das sehr faszinierend wie stark Menschen sein können und wie sie sich entwickeln.
Ich bin echt immer noch fasziniert von diesem Film und von den Menschen und kann nur positives rückmelden und ich glaube das vor allem Menschen, die in ihrem Umkreis solche Erfahrungen gehört haben, berührt es noch mehr, weil sie wissen, was die Menschen wirklich durchgemacht haben und was dahinter steckt.“
„Der Dokumentarfilm „Wir sind jetzt hier“ hinterlässt für mich ein leises, schweres Gefühl. Es ist schmerzhaft mitanzusehen, wie Menschen, die so viel Mut aufgebracht haben, ihr Zuhause hinter sich zu lassen, hier dennoch nicht wirklich ankommen dürfen. Trotz all ihrer Bemühungen, ihres Willens, ihrer Offenheit und ihres Engagements stoßen sie immer wieder auf unsichtbare Mauern.
Es wirkt traurig und zugleich erschütternd, dass sie oft nicht als Individuen gesehen werden, sondern in starre Schubladen gesteckt werden ,reduziert auf Vorurteile über Kriminalität oder ihr Äußeres. Als würden ihre Geschichten, ihre Träume und ihre Persönlichkeit dahinter verschwinden.
Besonders bedrückend ist, dass ihnen so viele Wege versperrt bleiben. Dass sie häufig nicht die Arbeit ausüben dürfen, die sie sich wünschen oder für die sie qualifiziert sind. Dass sie für die kleinsten Schritte Bestätigungen und Erlaubnisse brauchen,als müssten sie sich ihr Dasein immer wieder neu rechtfertigen.
Und vielleicht ist es das Stillste, aber zugleich das Schmerzhafteste: die Distanz im Alltag. Dass so wenige Menschen bereit sind, einfach ins Gespräch zu gehen. Dass Chancen, gemeinsam Sprache zu lernen, sich kennenzulernen und echte Verbindungen zu schaffen, oft ungenutzt bleiben. Dabei ist es doch genau das, was Integration lebendig macht :Begegnung, Zuhören, gegenseitiges Verstehen.
Am Ende bleibt das Gefühl, dass diese Menschen längst da sind,aber noch nicht wirklich gesehen werden.
Erfundene Zitate:
-„Sie sehen meinen Pass, meine Herkunft, mein Gesicht – aber nicht mich.
-„Ich habe alles zurückgelassen, um neu anzufangen. Doch hier darf ich oft nicht einmal anfangen.“
-„Integration beginnt mit einem Gespräch – doch oft bleibt es still zwischen uns.“
-„Ich lerne jeden Tag eure Sprache, aber wer lernt meine Geschichte?“
-„Ich habe Träume wie jeder andere auch.
Sie warten nur darauf, gesehen zu werden.“
-„Ein Lächeln, ein Gespräch – manchmal wäre das schon genug, um sich weniger allein zu fühlen.“
„Die Berichte der Interviewees über die Diskriminierung und die Beleidigung, welche sie erfahren mussten, gaben mir das Gefühl, es nochmal sagen zu müssen: Dein Aussehen, deine Herkunft, deine Religion und dein Geschlecht machen dich nicht schuldig, dein Handeln schon. Die Schuldgefühle müssen die Seite wechseln.“
I.A für die Teilnehmenden
Angelina Braun-Reisinger















