Am Mittwoch, 4. Mai ging es los. Um 9:10 Uhr trafen wir uns mit Frau Glanzmann und Herrn Dewenter am Bahnhof in Bad Kreuznach und fuhren zunächst nach Mainz. Dort stiegen wir in den ICE nach Erfurt und hatten eine dreistündige Fahrt. In Erfurt mussten wir noch kurz umsteigen, um nach Weimar zu kommen. Nachdem wir in der Jugendherberge „Germania“ angekommen waren, wurden wir in unsere Zimmer eingeteilt und hatten zunächst eine einstündige Pause, nach der wir uns auf den Weg zum Goethe-Haus machten. Dort hatten wir eine Audio-Guide Führung, in deren Verlauf wir Goethes Möbelstücke, Wohnräume und seine Kunstsammlungen bewundern konnten.

Nach der Audio-Guide Führung hatten wir Zeit zur freien Verfügung bis zum Abendessen um 18:00 Uhr. Nachdem wir alle gemeinsam zu Abend gegessen hatten, gingen wir ins junge Theater „Stellwerk“ und sahen das Stück „Hier geblieben“. Nach dem Auftritt hatten wir Gelegenheit uns mit den Darstellern und der Regisseurin auszutauschen und Fragen zu stellen. Es ging um ein Mädchen, das mit seiner Familie aus Bosnien nach Deutschland geflüchtet war und sich optimal in der Schule integriert hatte. Dennoch sollte es wieder aufgeschoben werden. Das Theaterstück machte uns bewusst, was solche politischen Entscheidungen für den einzelnen Menschen und seine Freunde bedeuten. Danach gingen wir gemeinsam in die Jugendherberge und chillten auf unseren Zimmern.
Am Donnerstag, dem 05.05.2016 fuhren wir zusammen mit dem Bus zu der Gedenkstätte Buchenwald. Dort wurden wir von einem netten Mitarbeiter namens Jan in Empfang genommen. Die Führung startete in der Kommandozentrale, wo wir uns mit Zeichnungen und Fotografien von Häftlingen und KZ beschäftigten. Nach etwa 45 Minuten haben wir uns einen traurigen Film über das KZ mit Zeitzeugenaussagen angeschaut. Auf dem Weg zum SS-Zoo mussten wir über den Karachoweg laufen und haben dort die Geschichte des Weges kennengelernt. Es war erschreckend zu erfahren, dass auf diesem Weg die Häftlinge zum Eingangstor rennen mussten und dabei von Bluthunden gejagt und mit Schlagstöcken von SS-Leuten geschlagen wurden. Der Zoo lag direkt neben den Baracken mit Blick auf die Häftlinge. Jan hat uns erzählt, dass man damals den Tieren mit mehr Menschlichkeit begegnete als den Häftlingen. Nachdem wir zu Mittag gegessen hatten, sind wir auf das eigentliche Gelände, auf dem die Häftlinge lebten, gegangen. Zuvor aber, haben wir uns in einem Bunker die Arrestzellen und Folterkammern angeschaut. Zwischen dem Gelände der Häftlinge und der SS stand eine große Uhr, in der die Zeit der Befreiung durch die Amerikaner (15:15 Uhr) festgehalten wurde. Als wir in der Pathologie und im Krematorium waren, haben wir den originalen Seziertisch und die originalen Öfen betrachten können. Dabei fühlten wir uns sehr unwohl und hatten ein komisches Gefühl im Bauch, da wir wussten, dass dort einmal viele Leichen von unschuldigen Menschen gelegen haben. Im Leichenkeller unter dem Krematorium waren mehrere Haken an der Wand, an denen die Häftlinge teils lebendig aufgehängt wurden, und auf dem Boden die toten Menschen lagen. Danach führte der Mitarbeiter uns durch eine nachgebaute Konstruktion der Genickschussanlage. In der darauffolgenden Ausstellung konnten wir unzählige originale Briefe, Zeitungsartikel, Kleidungsstücke, Gegenstände wie Schüsseln und Zeichnungen der Häftlinge betrachten. Bevor unser Tag in Buchenwald zu Ende ging, sind wir zum Glockenturm und dem Mahnmal gelaufen. Dort sahen wir eine Statue, welche die Situation der „Selbstbefreiung“ darstellte. Ebenfalls zu besichtigen waren die Massengräber und die Gräber der ungefähr 700 Menschen, die noch nach der Befreiung gestorben sind. Zurück in der Jugendherberge hatten wir den Abend zur freien Gestaltung.
Am Freitag, dem 6. Mai erschienen wir, wie auch an dem vorgehenden Tag, pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück Danach räumten wir unser Zimmer, stellten die Koffer in den Gepäckraum und brachen um 9 Uhr auf zur Schlossbesichtigung per Audioguide. Nach der einstündigen Führung hatten wir Zeit zur freien Verfügung in der Stadt. Diese nutzen wir um das Goethe-Schiller-Denkmal zu besichtigen, in einem der gemütlichen Eiscafés zu sitzen oder zu Mittag zu essen. Um 13:30 trafen wir uns wieder an der Jugendherberge und machten noch ein schönes Abschlussfoto, bevor wir um 14 Uhr den Zug nachhause bestiegen. Nach vierstündiger Fahrt kamen wir in Bad Kreuznach an und waren uns alle einig, dass es eine schöne und gelungene Fahrt mit vielen neuen Eindrücken gewesen war. Wir hatten trotz der ernsten Themen, die uns nachdenklich machten, auch viel zu lachen.
Ayliz, Yeliz, Anna, Judith, Marie, Margarethe, Mikail und Constantin Klasse 10c