Schulrechtliche Fragestellungen im Zuge der Schulschließungen

Sehr geehrte Eltern und Sorgeberechtigte,

die landesweiten Schulschließungen sowie die nun stufenweise Schulöffnung stellt für uns alle eine besondere Situation dar, die mit großen Veränderungen und Herausforderungen verbunden ist. Auch wenn die Schule ab dem 04.05.2020 wieder stufenweise geöffnet wird, so können wir von einem normalen Schulbetrieb kaum sprechen. Angesichts dieser veränderten Lern- und Arbeitsbedingungen hat uns das Ministerium letzte Woche verbindliche Regelungen zur Leistungsfeststellung und Benotung in Zeiten der Pandemie an die Hand gegeben, über die wir Sie gerne informieren möchten:

  1. Jahreszeugnisse
  • Die Jahreszeugnisnote wird aufgrund der Noten im ersten Schulhalbjahr und der (wenigen bis keinen) Leistungen im zweiten Schulhalbjahr festgelegt. Im Extremfall sind die Noten des Halbjahreszeugnisses die Noten des Jahreszeugnisses.
  • Reichen die Noten in den nur im 2. Schulhalbjahr unterrichteten (epochalen) Fächern (z.B. Musik, Bildende Kunst, Physik, Chemie in den Stufen 9/10) zur Festsetzung einer Zeugnisnote nicht aus, wird dieses Fach im Zeugnis nicht bewertet.
  • In den Klassenstufen 5 – 10 muss nicht die sonst geforderte Anzahl an Klassenarbeiten geschrieben werden. Statt einer Klassenarbeit können andere Formen der Leistungsfeststellung herangezogen werden, die in der aktuellen Situation machbarer erscheinen (mündliche, schriftliche und praktische Beiträge sind hier z.B. möglich). Die Entscheidung hierüber trifft die Lehrkraft in seiner pädagogischen Verantwortung.

 

  1. Versetzungen
  • Die Versetzungsentscheidung von Klassenstufe 9 nach Klassenstufe 10 wird auf der Grundlage der Noten im Jahreszeugnis getroffen. Werden die Versetzungs­bedingungen nicht erfüllt, erfolgt eine „Versetzung in besonderen Fällen“. Falls die Eltern eine Wiederholung wünschen, findet keine Versetzung, sondern eine Wiederholung der Klassenstufe statt.

 

  1. Einstufungen und Umstufungen
  • Einstufungen und Umstufungen erfolgen regulär auf der Grundlage der Noten des Jahreszeugnisses sowie einer pädagogischen Entscheidung durch die Klassen­konferenz. Das Widerspruchsrecht der Eltern bei Einstufungenbleibt erhalten. (Eine Einstufung ist die erste Zuweisung zu einem G-Kurs bzw. E-Kurs. Diese erfolgt am Ende der Klasse 6 in Englisch und Mathematik, am Ende der Klasse 7 in Deutsch und am Ende der Klasse 8 in den Naturwissenschaften Biologie, Physik und Chemie).

 

  1. Schulabschlüsse
  • Um den Schulabschluss der Berufsreife am Ende der Klasse 9  und den qualifizierten Sekundarabschluss I (am Ende der Klasse 10) zu erreichen, müssen die bekannten Notenbedingungen erfüllt werden (-> s. Information „Abschlüsse und Übergänge“ auf der Homepage).
  • Bei Abschlussgefährdungen aufgrund der Halbjahreszeugnisnote sowie der wenigen im zweiten Halbjahr erbrachten Leistungen, bietet die Schule den betroffenen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit weiterer Leistungsnachweise an, um die Zeugnisnote zu verbessern und den Schulabschluss zu erreichen.

 

  1. Übergangsberechtigungen
  • Um Übergang in die MSS ist weiterhin eine Übergangsberechtigung erforderlich (s. Information „Abschlüsse/Übergänge“ auf der Homepage“).
  • Wird eine Übergangsberechtigung nicht erreicht, so kann – wie sonst auch – eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden.

 

  1. Regelungen für das häusliche Lernen
  • Hierfür gilt, was die Ministerin uns bereits Ende März mitgeteilt hat: Es ist auf eine Benotung der Leistungen, die unter den Umständen des häuslichen Lernens erbracht wurden, zu verzichten. Ebenso ist von der Androhung von Sanktionen abzusehen.
  • Fleißiges Arbeiten von Schülerinnen und Schülern während der Zeit des häuslichen Lernens kann bei der Festsetzung der Jahreszeugnisnote aber sicherlich belohnt werden.

 

  1. Besonderheiten der gymnasialen Oberstufe, Halbjahresnoten und Jahresnoten in den Jahrgangsstufen 11 und 12

 

  • Die Halbjahresnoten in der gymnasialen Oberstufe sind auf Grundlage der im zweiten Schulhalbjahr erbrachten Leistungen zu bilden.
  • Eine Doppelzählung der Noten des ersten Halbjahres ist nicht zulässig.
  • Die MSS wird an unsere Schule nach Schulöffnung weitgehend ihren regulären Unterrichtsbetrieb aufnehmen. Daher ist es möglich und geplant, dass alle noch ausstehenden Kursarbeiten in den Leistungs- und Grundkursen regulär geschrieben werden. Abweichungen aus pädagogischen Gründen sind nach Rücksprache der Fachlehrkräfte mit der Oberstufenleitung möglich.
  • Für Schülerinnen und Schüler, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, bedeutet dies, dass Unterrichtsinhalte auf digitalen Kommunikations- und Arbeitswegen gelernt und Leistungsnachweise gefordert werden müssen.

 

Insgesamt kann man also festhalten, dass die Landesregierung durch die Klärung der schulrechtlichen Fragestellungen an ihrem Grundsatz festgehalten hat, dass die Schulschließung keiner Schülerin und keinem Schüler zum Nachteil gereichen soll.

Wir hoffen, dass es allen Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte und Ihnen als Eltern gelingen wird, trotz der erschwerten Rahmenbedingungen im Lernprozess zu bleiben und sie die Chance der Leistungsverbesserung eifrig nutzen werden.

 

Die Schulleitung, 04.05.2020