„Ein Mensch ist erst dann vergessen,

wenn sein Name vergessen ist“.

 

Dieses jüdische Sprichwort ist das Leitmotiv der Stolpersteinverlegung, eines von vielen Zeichen für ein gemeinsames Erinnern und Gedenken.

 

Rückblickend auf die Stolpersteinverlegungen am 7. September 2021 für Joseph Michel und Familie Heymann überwiegt die Ehre, einen Beitrag zum Erhalt der Erinnerungskultur geleistet zu haben.

Die Stolpersteine wurden erstmals 1996 durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Zwischenzeitlich hat er mehr als 75000 Erinnerungstafeln in 1.200 deutschen Städten und Gemeinden sowie in 26 weiteren Ländern verlegt. Sie alle sollen uns ein Mahnmal in unserem Alltag sein, um uns an die Gewalt, die an den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern verübt wurde und die Opfer des Nationalsozialismus wurden, zu erinnern. Es ist wichtig, sich im Alltag immer wieder mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, sich berühren zu lassen von der Historie – vor allem und gerade durch das individuelle Schicksal, das dadurch einen Namen, ein Gesicht bekommt.

Wir haben die Verlegung der Stolpersteine zusammen mit unserer Lehrerin Frau
Tina Engelberger in Kooperation mit Schülerinnen und Schülern des Lina Hilga Gymnasiums vorbereitet und durchgeführt. Die Angehörige Frau Ulrike Michel besuchte uns in der Schule und gab uns mittels Fotos, Briefen und Postkasten, private Einblicke in das Leben von Joseph Michel. Es wurden mit zusätzlichen Recherchen im Haus der Stadtgeschichte von Bad Kreuznach Biografien für Joseph Michel und den Angehörigen der Familie Heymann erstellt, für die die Stolpersteine am Dienstagvormittag verlegt wurden.

Durch unsere gemeinsame Aktion wurde ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

Am Vorabend der Verlegung fand im DS-Saal unserer Schule, zur Einstimmung auf die Verlegung am nachfolgenden Tag in Gedenken an die Opfer eine Abendveranstaltung statt.

Hier sprachen Vertreter von Stadt und Kirche sowie die Angehörigen von Familie Heymann und Joseph Michel, die für diesen Anlass extra aus Großbritannien angereist sind.  Sie machen sich seit jeher stark für eine Gesellschaft ohne Hass, engagieren sich unaufhörlich und setzen Zeichen gegen das Vergessen. Unterstützt durch die Schülerinnen und Schüler des DS-Kurses von Herrn Kraski, welche die Biografie von Joseph Michel, der 1945 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet wurde, szenisch zum Leben erweckten.

Während der Verlegung der beiden Stolpersteine gemeinsam mit den Angehörigen und mit dem Künstler, Gunther Demnig, war besonders der Moment sehr ergreifend, als die Anwesenden einzeln weiße Rosen um die Stolpersteine niederlegten, um dadurch Joseph Michel und Familie Heymann ihren besonderen Respekt zu erweisen. Dieses beeindruckende Erlebnis wird uns sicher für immer in Erinnerung bleiben.

 

Sarah-Marie Fenske und Julika Forster,Sk Lk MSS 13

  1. September 2021

 

Die Berichterstattung in der örtlichen Presse finden Sie unter:

Berichterstattung zur Stolpersteinverlegung 2021