„Es herrscht keine Partystimmung. […] Im Grunde genommen wurde ein tragischer Mordfall, welcher nicht symbolisch für derzeitige politische Verhältnisse steht, von rechten und faschistischen Akteur*innen für ihre menschenverachtenden Ideologien instrumentalisiert.“

Das waren die ersten Worte der Vertreterinnen der Initiative „Chemnitz Nazifrei“ am Montag in Chemnitz. Gemeint ist damit der Tod von Daniel H.. Zwei Männer mit Migrationshintergrund sollen ihn vergangene Woche getötet haben, woraufhin tausende rechte Demonstrierende auf die Chemnitzer Straßen gingen. „Unserer Ansicht nach hätte man die Familie […] in Ruhe trauern lassen sollen, aber irgendwelche Menschen meinen, innerhalb von einem Tag, ein paar Stunden, mit tausenden Leuten auf die Straße gehen zu müssen – und meinen, sie trauern. Ihre Trauer besteht darin, dass sie hier durch die Städte ziehen, abhitlern und Menschen wieder jagen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft“, so der Frontsänger Jan Gorkow der Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“. Bei der Veranstaltung #wirsindmehr versammelten sich nun am Montagabend mehr als 65.000 Menschen, um gegen rechte Hetze aufmerksam zu machen. Auch wir, die Schüler*innen der Stufe 13, haben es uns zur Aufgabe gemacht, dem Aufruf zu folgen und ein Teil dieser friedlichen Gegendemonstration zu sein. Als Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage zeigen wir Solidarität mit Menschen, die schon einmal Opfer rechter Gewalt waren. Wir zeigen, dass sie nicht alleine sind. Dank Herrn Koch-Schumacher haben wir die Möglichkeit bekommen, an der Veranstaltung teilzunehmen, um dort unsere Schule zu repräsentieren. Zu Beginn wurde eine Schweigeminute für Daniel H. abgehalten. Anschließend stellten sich verschiedene Organisationen gegen den Nationalsozialismus mit sehr bewegenden Reden vor. Danach spielten die Musiker Trettmann, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z., Kraftklub, Materia & Casper, Nura und die Toten Hosen in 30-minütigen Sessions ihre Lieder und hielten ebenfalls kurze Reden. Sinn der Veranstaltung war es, allen Rechtsradikalen und Hooligans zu verdeutlichen, dass Proteste auch im friedfertigen Ramen stattfinden können. Gewalt ist keine Lösung. Das sieht man an der Reichweite, die #wirsindmehr bekam: Sogar in Zürich versammelten sich Menschen, um Chemnitz an diesem Abend zu unterstützen. Unsere Schule wird in den nächsten Wochen ebenfalls auf die Straße gehen, um ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus zu setzen. Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, rechte Hetze und Faschismus sollten niemals eine Alternative sein – weder in der Schule, noch auf der ganzen Welt. Es ist uns wichtig, unsere Stimme zu erheben. Und wenn wir, als kleine Gruppe von 65.000 Menschen, auch nur einen kleinen Teil zum großen Ganzen beitragen können, dann ist das sehr wertvoll.

 

Fabienne Feuser, MSS 13

 

Dazu folgende Empfehlung: Die AZ berichtete am 08.09.18