Unser 3. Tag in Kalavryta hat damit begonnen, dass wir eine griechische Schule besucht haben.

Die Schüler und Lehrkäfte inklusive Direktor haben uns freundlich Empfangen und sind offen auf unsere Fragen eingegangen. Auch finden sie unsere Arbeit, die unsere Reisegruppe hier leistet sehr wichtig. Wir haben uns über die Gedenktag in Kalavryta unterhalten, die jedes Jahr am 13. Dezember stattfindet, um die Opfer zu ehren und die tragische Vergangenheit nicht zu vergessen.

Wir fragten, ob einige Schüler:innen familiäre Beziehungen zu dem Massaker haben. Uns wurde berichtet, wie die verschiedenen Generationen zu deutschen stehen. Dabei kam raus, dass zwei Schüler:innen Urgroßeltern aus der Zeit haben, die immer noch Vorbehalte gegenüber Deutschen haben .

Trotz dieser Unstimmigkeit entschied sich die eine Schülerin aus Interesse Deutsch zu lernen. Ihr Urgroßvater zeigte wohl keinerlei Verständnis für diese Entscheidung. Anschließend haben wir die Fragen beantwortet, die von den Schülern gestellt wurden. Als Abschluss haben wir einen kleinen Rundgang durch die Schule gemacht.

Nach dem Schulrundgang wurden wir von dem Bürgermeister Athanasios Papadopoulos in seinem Büro mit offenen Armen Empfangen. Auch das Leben des Bürgermeisters hat viel mit der Geschichte von Kalavryta zu tun, da er von 1998 bis 2009 Bürgermeister war und dann wieder ab 2019, hinzufügend war seine Mutter erst 16 als das Massaker 1943 stattfand.

Herr Papadopoulos hat stark betont, dass Frauen für Kalavryta eine wichtige Rolle spielen und sie als stark und fürsorglich gelten. Deswegen sieht man an vielen Orten ein Bildnis der heiligen Maria Mutter Gottes. Frauen gelten als besonders stark und als wichtige Mitglieder der Gesellschaft, da sie Kalavryta aufgebaut haben nach dem es abgebrannt wurde. Er legte den Fokus darauf, dass die erst jugendlichen Frauen Opfer für ihre Familirn und Kalavryta bringen mussten, indem sie Männer aus anderen Dörfern heirateten ohne sie zu lieben, um die Kalavryta wiederzubeleben. Er hat dabei auf die Psyche der Frauen aufmerksam gemacht: Depressionen waren eine der Folgen, die aber nie aufgearbeitet wurden. Der Bürgermeister fand unsere AG sehr aufregend, denn Aufklärung über Griechenland liegt ihm sehr am Herzen.

Zum Ende hat der Bürgermeister weitere Aspekte des Holocausts beleuchtet, wie Schlachtungen und Verbrennungen in anderen Dörfern und Ländern. Der Bürgermeister verabschiedete uns freundlicherweise mit einem gemeinsamen Gruppenbild und einer Einladung zum Abendessen. Darüber hinaus würde er sich freuen, uns künftig erneut in Kalavryta begrüßen zu dürfen.
Am späteren Nachmittag haben wir gruppenweise an verschiedenen Projekten gearbeitet, um diese der Schulgemeinschaft präsentieren zu können.

Zisimos und Franziska