Tag 2

Unser 2. Tag der Studienfahrt begann mit einem gemeinsamen Frühstück in einem Bistro. Die Kirche ,,Holy Cathedral of the Assumption of Virgin Mary“ war unser erstes Ziel der Aufklärungsreise, da diese von den Osmanen 1826 angezündet wurde und nochmals von den Deutschen im Jahre 1943.

Die linke Uhr an der Kirche zeigt dabei die Uhrzeit an, zu der das Massaker begann, bei dem viele Unschuldige ihr Leben verloren.

Im Inneren zündeten wir Kerzen für die Opfer an, um sie zu gedenken.

Als nächstes besuchten wir das ,,Municipal Museum of Kalavritan Holocaust“ , welches früher eine Grundschule war. Außerdem wurde dieses Gebäude beim Eintritt der Nazis als Selektionsort verwendet. Trotz unserer vorherigen Recherche waren wir nicht darauf vorbereitet, welche Gefühle dies in uns auslöst. Die Ausstellung des Museums zeigt nicht nur alte Dokumente oder Karten, sondern auch persönliche zurückgebliebene Gegenstände der Opfer. Beim Anblick realisiert man nochmal wirklich, dass solch eine schreckliche Tragödie stattgefunden hat, was man sich heutzutage nicht mehr vorstellen kann. Was uns besonders in Erinnerung blieb: Ein Gedenkraum mit einer riesigen Bilderwand der verstorbenen Jungen und Männer Kalavrytas.

In mitten dieses Raumes lag auf dem Boden eine von Glas geschützte Nationalsozialistische Flagge, die mit Dreck bedeckt ist.

Nach unserem Museums Besuch haben wir zusammen reflektiert was wir tatsächlich gesehen haben und wie es auf uns gewirkt hat. Es war für uns alle schwer vorstellbar das soetwas tatsächlich vorgefallen ist.

Daraufhin sind wir zur Exekutionstelle hochgelaufen, an der wir einen kompletten Überblick von Kalavryta hatten. Dort befinden sich mehrere meterhohe Gedenktafeln auf denen die hingerichteten Opfernamen aufgelistet sind.

Frau Binnemann las dann Zitate von einem Buch mit Augenzeugenberichten vor. Diese Worte zu hören an dem selben Ort, wo Menschen ihr Leben lassen mussten, war sehr befremdlich.

Zum Schluss sind wir auf dem Weg in unsere Unterkunft an dem Friedhof vorbeigelaufen, auf dem die Männer und Jungen von ihren Müttern, Frauen und Familienangehörigen begraben wurden.

Um unsere Gedanken und Gefühle zu festigen, haben wir uns im Anschluss an unsere Gedenkarbeit (Vorbereitung des nächsten Tages, Planung des Produktionsproduktes) gemacht, bis wir dann den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen haben.

Rosa & Niclas