Im Rahmen der „Aktion T4“ töteten die Nationalsozialisten systematisch Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderungen als „nicht arbeitsfähig“ und somit als Belastung für das NS-Regime eingestuft wurden. Beschönigt wurden die Massenmorde durch den Begriff der „Euthanasie“, dem Gnadentod ohne langen Leidensweg, der in diesen Fällen völlig unangebracht ist.


Am 06.09.2022 besuchte die MSS 13 der IGS Sophie-Sondhelm die Gedenkstätte Hadamar bei Limburg in Hessen und der Tag hinterließ sehr großen Eindruck.

Wir wurden von kompetenten Fachkräften durch eine bewegende Ausstellung im Namen der Opfer, die die Anstalt vom 13. Januar 1941 bis zum 24. August 1941 gefordert hatte, geführt.

Die Zuordnung von Zitaten aus verschieden Epochen, den vermeintlich richtigen Umgang mit Menschen mit Behinderungen betreffend, in eine Zeitachse war hierbei ein interaktiver Einstieg, der das Bewusstsein für das Ausmaß dieser humanitären Katastrophe erweiterte. Besonders in Erinnerung blieb dabei ein sehr aktuelles feindseliges Zitat aus Bad Kreuznach, das gleichwohl Entsetzen sowie Scham in uns auslöste. Wie kann es sein, dass Menschen heutzutage mit solchen Ansichten ohne großartige Konsequenzen davonkommen?

Sehr berührend war auch die Aufarbeitung der persönlichen Leidenswege der Opfer, die uns in Unglauben und Trauer versetzten.

Auch die bedrückende Atmosphäre der Kellerräume der Anstalt sowie der Gaskammer ließen uns sprachlos zurück. Wir konnten nur erahnen, was für eine Angst diese Menschen gehabt haben mussten und jedes gesprochene Wort fühlte sich zu viel an.

Der Besuch der Gedenkstätte Hadamar war sehr aufschlussreich und bewegend. Die vielen Schicksale der Opfer und ihrer Angehörigen waren überwältigend und zeigten uns, dass auch heute noch Handlungsbedarf geboten ist und bedenkliche Aussagen in Politik sowie im familiären oder freundschaftlichen Kreise direkt unterbunden werden müssen.

Jessica Fritz, Stammkurs 13 Englisch