Für das Erinnern – gegen das Vergessen. Nie wieder! 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir möchten Sie und Dich dazu aufrufen das Erinnern, das Gedenken individuell, persönlich und emotional zu gestalten. Jeder ist dafür verantwortlich, Hass und Hetze nicht zu akzeptieren, sondern, ganz im Gegenteil, aktiv dagegen vorzugehen und aktiv einzutreten für (die Akzeptanz von) Vielfalt, Demokratie, Nächstenliebe, den Aufbau von Nähe.

Wir, die AG „Nie wieder“, haben zusammen am digitalen Gendenktag an die Opfer des Nationalsozialismus des Landes Rheinland-Pfalz teilgenommen. Dieses findet am 27. Januar statt, zum Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Wir sind sehr froh darüber, dass wir uns, durch eine Initiative des Mainzer Staatstheaters, aktiv an der Veranstaltung beteiligen konnten.

Neben dem Beitrag des Staatstheaters, waren Hendrik Hering (Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz) und Malu Dreyer (Ministerpräsidentin), beteiligt.

Einen großartigen Beitrag leisteten vier jüdische Studierende, die einen kritischen und modernen Blick auf die Gedenkarbeit und die Shoa geworfen haben und dafür sensibilisieren, dass die aktuellen Entwicklungen sehr bedenklich sind. Sie appellieren an uns alle, dass kein Schlussstrich gezogen werden dürfe, sondern das Gedenken an die Opfer aktiv bleiben müsse. Es solle viel häufiger die Initiative ergriffen werden, damit Menschen verschiedener Kulturen in die Gesellschaft integriert werden und es nicht zu Ausgrenzung und Hass komme.

Etwas ganz Besonderes war für uns der Bericht der Zeitzeugin Niusia Bronisława Horowitz-Karakulska, die letzte in Polen lebende Jüdin, die von Oskar Schindler gerettet wurde. Wir freuen uns sehr darauf, sie während unserer Fahrt nach Auschwitz persönlich kennenlernen zu dürfen!

Wir möchten einige ihrer Gedanken und Aussagen aus der Gedenkveranstaltung aufgreifen und uns bedanken.

Liebe Niusia, danke, dass Du Auschwitz überlebt hast, obwohl Du zwei Mal ins Krematorium kommen solltest. So kannst Du noch heute zeigen, dass Du nicht „zu dünn, zu klein, zu überflüssig“ warst und bist.

Danke, dass Du den Transport im Viehwagon überlebt hast, trotz des Mangels an Sauerstoff, trotz des Hungers, trotz des Gestanks, trotz der Angst.

Danke, dass Du das KZ Plaszow überlebt hast, das Ghetto in Krakau, die Flucht aus Deinem Zu Hause, den Pogrom.

Danke, dass Du stark genug warst, den Willen hattest, zu überleben. Auch, wenn der Wille zu überleben immer kleiner wurde.

Danke, dass Du – nach 40 Jahren – dein Schweigen brechen und anfangen konntest, über Deine Erlebnisse zu sprechen. Gegen das Vergessen!

 

Von Herzen, Eure AG „Nie wieder“

 

P.S.: Sie haben/ du hast die Gedenkveranstaltung verpasst? Kein Problem! Unter folgendem Link können Sie/ kannst du die Veranstaltung jeder Zeit anschauen: https://www.landtag.rlp.de/de/mediathek/plenum-archiv/2021/tag-des-gedenkens/

 

Ein Bericht von Antonia Nessel, Jennifer Tittes (MSS12) & Frau Lippert